Ein echter Neuanfang

Mk 1, 30 (Bibel in gerechter Sprache)

Die Schwiegermutter des Simon aber lag fiebernd darnieder und sofort erzählten sie ihm von ihr. Er ging zu ihr, ergriff ihre Hand und liess sie aus der Krankheit heraus auferstehen. Da liess das Fieber sie los und wurde wie die anderen eine Nachfolgerin Jesu.

Machen Sie sich das Vergnügen und lesen Sie die Erzählung noch in einer anderen Übersetzung. Die BigS hat hier auf etwas Wert gelegt, was sonst in den Übersetzungen verborgen bleibt: Aufstehen und Auferstehen (etwas, was nur von Jesus ausgesagt wird) ist im Griechischen gar nicht unterschieden. Auf(er)stehung findet als Aufstehen bei verschiedenen Menschen statt, auch hier. So stand diese Frau vermutlich nicht auf, um den Männern bei Tisch zu dienen, sondern um nachzufolgen. Ein echter Neuanfang.

 

5 Kommentare

  1. Maja Peter · April 19, 2016

    Echt stark, diese Uebersetzung!!

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  2. reto · April 19, 2016

    Interessante Variante. Hier Luther 1912:

    > Und die Schwiegermutter Simons lag und hatte das Fieber; und alsbald sagten sie ihm von ihr.
    Und er trat zu ihr und richtete sie auf und hielt sie bei der Hand; und das Fieber verließ sie, und sie diente ihnen.

    Im Urtext steht auch nichts davon, dass sie eine Nachfolgerin wurde, sondern dass sie ihnen diente. Hmm…

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  3. reto · April 19, 2016

    Ein guter Gedanke, dass wir aufstehen und auch auferstehen mit Jesus. Jesus hat ja auch gesagt:

    > Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe. Joh 11:24

    Die gleiche Stelle in Luther 1912:

    > Und die Schwiegermutter Simons lag und hatte das Fieber; und alsbald sagten sie ihm von ihr. Und er trat zu ihr und richtete sie auf und hielt sie bei der Hand; und das Fieber verließ sie, und sie diente ihnen.

    im griechischen Urtext heisst es am Schluss:

    και διηκονει αυτοις
    Und (sie) diente ihnen.

    Wie daraus „und wurde wie die anderen eine Nachfolgerin Jesu“ wird, ist mir nicht ganz klar. Sollte die Bibel nicht möglichst genau übersetzt werden?

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    • brigittebecker · April 20, 2016

      Klar ist wörtlichste Übersetzung ein Ideal, das finde ich auch. Aber es kommt eben sehr auf den Kontext an, was wir als „möglichst nahe am Urtext“ annehmen und was wir als richtig ansehen. Das Wort „dienen“ hat im NT schon immer die beiden Übersetzungen – das reale Dienen und das „Jesus dienen“, also ihm nachfolgen. Wenn nun diese Frau in der Kraft der Dynamis Gottes vom Krankenlager aufstand, dann hat sie danach wahrscheinlich mehr und anderes gemacht, als das Essen an die Tische gebracht. Warum sollte sie nicht Nachfolgerin geworden sein nach der Erfahrung? Die Wortbedeutungen lassen zu, das zu übersetzen.
      übrigens werden hier nicht Kommentare zensiert sondern freigeschaltet, um sicher zu sein, dass kein SPAM dabei ist. Du bist hoffentlich kein Spam, Reto 🙂 Herzliche Grüsse

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  4. angelawaeffler · April 20, 2016

    „Dienen“ ist ja unterdessen ein Wort geworden, das entweder an Dienstleistungen oder an einen Dienst, zum Beispiel das Diakonen-Amt und Würde erinnert. Merkwürdiger Weise übersetzt die ZürcherBibel 2007 an dieser Stelle aber nicht „sie diente ihm“, sondern übersetzt „sie bewirtete ihn“. Die einen tun also einen Dienst während die anderen für das leibliche Wohl sorgen, in gutbürgerlicher Rollenverteilung? Mir ist aber noch kein Wort in den Sinn gekommen, das diese Mehrdeutigkeit im Deutschen wiedergeben könnten: „unterstützen“ oder „für ihn sorgen“ blendet den Aspekt der Verbindlichkeit aus: vielleicht „liess sich einspannen für ihn“?

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