Vom Zwang, neu anzufangen

Gibt es einen Zwang, immer neu anzufangen? Der Soziologe Richard Sennett hat schon vor der Jahrtausendwende von der zunehmenden Flexibilisierung und den Folgen für Menschen geschrieben. Seine Analyse des Arbeitsmarktes hat er z.B: so zusammmengefasst:

„Das sichtbarste Zeichen dieses Wandels könnte das Motto >nichts Langfristiges< sein. In der Arbeitswelt ist die traditionelle Laufbahn, die Schritt für Schritt die Korridore von ein oder zwei Institutionen durchläuft, im Niedergang begriffen. Dasselbe gilt für das Hinreichen einer einzigen Ausbildung für ein ganzes Berufsleben. Heute muss ein junger Amerikaner mit mindestens zweijährigem Studium damit rechnen, in vierzig Arbeitsjahren wenigstens elfmal die Stelle zu wechseln und dabei seine Kenntnisse wenigstens dreimal auszutauschen.“(Richard Sennett, Der flexible Mensch, 1998, S.25)

Stimmt die Behauptung für Sie? Werden uns heute mehr Anfänge abverlangt als früher? Ist die Bereitschaft zum Neuanfang darum heute etwas, was wir vielleicht kritisch hinterfragen sollten?

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