Erfüllt und verheissen

Nun sind wir sieben Wochen mit euch zusammen den Spuren des neuen Anfangs, den Spuren der Auferstehung nachgegangen. Wir danken euch für eure kritisch-neugierige Begleitung, alle Kommentare auf allen Kanälen und für all eure Besuche hier in diesem Projekt. Wie geht es weiter?

Am Pfingstfest, so deutet Petrus sein Erleben, erfüllt sich, was der Profet Joel verheissen hat:

„Sein wird es in den letzten Tagen, spricht Gott, da will ich von meiner Geistkraft ausgiessen auf alle Welt, dass eure Söhne und Töchter profetisch reden, eure jungen Leute Visionen schauen und eure Alten Träume haben. Auch auf meine Sklaven und auf meine Sklavinnen will ich in jenen Tagen von meiner Geistkraft ausgiessen, dass sie profetisch reden.“ (Apostelgeschichte 2, 17f)

Ob sich diese Verheissung wohl auch weiter erfüllt? Mit euch zusammen halten wir danach Ausschau. Bis zum nächsten Mal!

Auf und Davon

Der Anfang ist eine Lücke.
Und ein zusammengerolltes Tuch am besonderen Ort.
Der Anfang ist ein Nichts.
Ein Auf und Davon.

Der Anfang ist ein winziger Punkt.
Mit Bleistift auf ein weisses Stück Papier gemalt.
Ganz unten.
Er ist nur ein einziges Wort.

Der Anfang ist ein Atmen.
Und eines anderen Atem auf meinem Gesicht.
Er ist ein Seeufer.
Ein Kohlefeuer am Morgen.
Ist Brot und Fisch. Und eine Frage.

Am Anfang verstand ich nichts.
Und alles.
Mein Haar roch nach Rauch. Nach See.
Es roch nach Auf und Davon.

Von Birgit Mattausch für sieben Wochen, danke!

Und hier könnt ihr noch mehr von ihr lesen:
https://frauauge.blogspot.ch

Wo wir anfangen

»Ich sehe ganz klar, dass das, was die Kirche heute braucht, die Fähigkeit ist,

Wunden zu heilen und die Herzen der Menschen zu wärmen – Nähe und Verbundenheit. Ich sehe die Kirche wie ein Feldlazarett nach einer Schlacht. Man muss einen Schwerverwundeten nicht nach Cholesterin oder nach hohem Zucker fragen. Man muss die Wunden heilen. Dann können wir von allem anderen sprechen. Die Wunden heilen, die Wunden heilen… Man muss ganz unten anfangen.«

sagt Papst Franziskus 2013 in http://www.stimmen-der-zeit.de/zeitschrift/online_exklusiv/details_html?k_beitrag=3906412

den neuen Menschen anziehen

Eph 4,23 Lasst einen neuen Geist euer Denken bestimmen, 24 und zieht an den neuen Menschen, der nach dem Willen Gottes geschaffen ist: in Gerechtigkeit und wahrer Heiligkeit.

Die Frage, wo wir denn anfangen können, beantwortet der Brief an die Gemeinde in Ephesos kurz und bündig:

  • Als Ebenbilder Gottes, nach Gottes Willen geschaffen, sind wir weder Mängelwesen noch Idealbild (Hans Blumenberg), sondern Beziehungswesen, auf Gott und Welt hin ausgerichtet. In diesem Bewusstsein denkt eine Person sich neu.
  • Gerechtigkeit ist eins der Grundanliegen der ersten Bundesschlüsse zwischen Gott und Mensch. Doch da gibt es noch viel zu tun. Denken wir von Gerechtigkeit, öffnen sich neue Dimensionen.

„wahre Heiligkeit“ meint das Bemühen, aus der Gottesbeziehung heraus zu leben. Sie macht uns nicht zu moralisch besseren Menschen – aber vielleicht zu solchen, die sich dem Geist der Beziehung verpflichten?

Atemanfang

Am Anfang anfangen – aber wo? Die Erschaffung des Menschen nach der Übersetzung der Bibel in gerechter Sprache

Am Tage, als Adonaj (3), das ist der Name Gottes,

Erde und Himmel machte, – 5 noch gab es die Sträucher des Feldes nicht auf

der Erde und das Grün der Felder war nocht nicht aufgesprossen, denn

Adonaj, also Gott, hatte es noch nicht regnen lassen auf die Erde, und es

gab auch noch keine Menschen, um den Acker zu bearbeiten, 6 nur ein Quell

stieg aus der Erde auf und tränkte die ganze Fläche des Ackers, – 7 da bildete

Adonaj, also Gott, Adam, das Menschenwesen, aus Erde vom Acker und

blies in seine Nase Lebensatem. Da wurde der Mensch * atmendes Leben.

Aufleuchten erleben

Manchmal geschieht das Neuanfangen still und leise. Fast unmerklich. Und doch unaufhaltsam. Die Poesie im Neuanfang zu bemerken bedarf Geduld und Ausdauer. Dann lassen sich Aufleuchten und Weiterziehen erkennen.

Wählen Sie auf http://www.esthermathis.com „Mirror (pink)“ und lassen Sie sich verzaubern, wenn Sie gerade genug Gelassenheit dafür haben –

und sonst später am Tag 🙂

Im Anfang das Wort

Wie das göttliche Schöpfungswort sich in der Welt einnistet und wie schwierig es ist, sich diesem Wort anzueignen, beschreibt das Lied vom Logos (griechisch für „Wort“) mit fremden Bildern und Gedanken. Die Fremdheit spiegelt vielleicht unsere Schwierigkeiten mit diesem Schöpfungswort:

Joh 1 1 Im Anfang war das Wort, der Logos,

und der Logos war bei Gott,

und von Gottes Wesen war der Logos.

2 Dieser war im Anfang bei Gott.

3 Alles ist durch ihn geworden,

und ohne ihn ist auch nicht eines geworden,

das geworden ist.

4 In ihm war Leben,

und das Leben war das Licht der Menschen.

5 Und das Licht scheint in der Finsternis,

und die Finsternis hat es nicht erfasst.

[…]

9 Er war das wahre Licht,

das jeden Menschen erleuchtet, der zur Welt kommt.

10 Er war in der Welt,

und die Welt ist durch ihn geworden,

und die Welt hat ihn nicht erkannt.

11 Er kam in das Seine,

und die Seinen nahmen ihn nicht auf.

12 Die ihn aber aufnahmen,

denen gab er Vollmacht,

Gottes Kinder zu werden,

denen, die an seinen Namen glauben,

13 die nicht aus Blut,

nicht aus dem Wollen des Fleisches

und nicht aus dem Wollen des Mannes,

sondern aus Gott gezeugt sind.

14 Und das Wort, der Logos, wurde Fleisch

und wohnte unter uns,

und wir schauten seine Herrlichkeit,

eine Herrlichkeit, wie sie ein Einziggeborener vom Vater hat,

voller Gnade und Wahrheit.

Lassen sich die Gedanken in eigene Worte fassen? Wie würden diese dann aussehen und klingen?

Wie fangen Sie an?

In seiner „kleine[n], vom Leser zu vervollständigende[n] Charakterkunde des Anfangs“ beschreibt Karlheinz A. Geissler (Anfangssituationen. Was man tun und besser lassen sollte. Beltz 1994, Seite 10) unterschiedliche Typen im Umgang mit Anfängen.

Da ist – neben Optimist, Christ und Dialektiker, neben Altphilologe und Skeptiker – die Haltung des Ignoranten zu finden: „Die Anfänge sind immer unschuldig und sogar scheinbar unwichtig.“

Wie würden Sie sich selbst in Bezug auf Neuanfänge charakterisieren? Gibt es ein Zitat dazu, das Sie mit uns teilen könnten?

Ode an das Leben

„Langsam stirbt, wer Sklave der Gewohnheit wird, in dem er jeden Tag die gleichen Wege wiederholt, wer nie seine Marke ändert, wer nie riskiert und nie die Farbe seiner Kleider wechselt, wer mit niemandem spricht, den er nicht kennt.

Langsam stirbt, wer die Leidenschaft vermeidet….“

Wie würden Sie diese Verse weiterschreiben?

Pablo Neruda wendet in diesem Gedicht den Blick hin zum langsamen Tod, den wir erleiden, im Verlust von Leben. Wer nicht….wagt, stirbt langsam.

Eine seltsam schöne, nachdenklich  „Ode“ an das Leben.

Das ganze Gedicht steht hier:

http://www.maranxa.net/blog/2015/04/09/ode-an-das-leben/