Mühlrad

Eine seltene Darstellung der Trinität ist das Mühlrad. Es taucht zum Beispiel im Glasfenster der Pfarreikirche Jonschwil auf (http://www.pfarreiforum.ch/_downloads/Pfingstsequenz.pdf)

Der Vergleich der Trinität mit einem Mühlrad geht zurück auf Bonaventura, einen Franziskaner aus dem 13. Jh. Er beschreibt die trinitarische Struktur Gottes als ein permanentes Sich-Mitteilen der trinitarischen Personen Gott, Sohn und heilige Geistkraft: In Sich-Mitteilen gibt sich die ganze Substanz und Wesenheit dem Anderen hin. Die Beziehung der drei Personen ist als ein untrennbares Ineinandersein (circumincessio) in innertrinitarischer Liebe zu verstehen. Das Mühlrad, das ihm als Bild vorschwebte, hat nur drei Eimer. Jeder der Eimer leert sich jeweils am höchsten Punkt in den nächsten und dieser wiederum giesst es in den nächsten. Dieses Wasserrad stoppt niemals. Unendliches Überfliessen und unendliches Sich-selbst-Leeren – das ist Gott. Und wenn es mit dem Nachbauen des Wasserrades nicht wirklich klappen sollte: Alle Bilder und alles Nachdenken über die Dreifaltigkeit haben die Funktion, das Mysterium zu bewahren. Sie haben nicht den Anspruch, Anschauungsmaterial für den Physikunterricht zu sein. Denn wie das Wort „Mysterium“ es impliziert: Gott kann letztlich nicht ausgesagt oder erklärt werden. (myo = griech. den Mund schliessen). Aber gerade diese Bilder helfen, mit diesem unendlich liebenden Geheimnis in Beziehung zu sein.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s