Gott als (Nicht-)Ort

Wüfel

Hängt oder liegt der Würfel?

In der rabbinischen Literatur wird Gott als HaMaqom, der „Ort“ oder der „Raum“ bezeichnet. Entstanden ist dieser Gottesname nach der Tempelzerstörung, als die Theologie neu gedacht werden musste. Nicht die Welt ist der Ort Gottes, sondern Gott ist der Ort der Welt. Mit diesem Perspektivenwechsel ist angedeutet, dass Gottes Raum nur bedingt mit unserer Vorstellung von Raum zusammenpasst. Ein Raum lebt in unserer Wahrnehmung von seiner Begrenzung. Gottes Raum ist unbegrenzt.

Wie kann man sich auf diesem Hintergrund das göttliche Miteinander der Dreifaltigkeit denken? Der Philosoph Peter Sloderdijk hat die Beziehung der drei Personen als „Urwohngemeinschaft“ bezeichnet, „eine Wohnung, in der jeder das Zimmer der anderen ist“.

Die altkirchliche Bezeichnung Perichorese (=das dynamische Ineinander der göttlichen Personen) „… steht für nicht weniger als für den anspruchsvollen Gedanken, dass die Personen nicht in äußeren, bei der Physik geliehenen Räumen lokalisierbar sind, sondern dass sie den Ort, an dem sie sind, selber durch ihre Beziehung zueinander stiften.“  (Peter Slotderdijk, Sphären I, S. 619) Man müsste „ein ganz in Liebesgeschichten“ verstrickter Mensch sein, um zu ahnen, was dies bedeuten könnte.

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