Wie Feuerzungen …

Gottes Geistkraft wird in der Pfingsterzählung mit einem merkwürdigen Bild beschrieben:

Apg 2,2 Da entstand auf einmal vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie sassen; 3 und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich zerteilten, und auf jeden von ihnen liess eine sich nieder. 4 Und sie wurden alle erfüllt von heiligem Geist und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie der Geist es ihnen eingab.

https://www.die-bibel.de/bibeln/online-bibeln/zuercher-bibel/bibeltext/bibel/text/lesen/stelle/54/20001/29999/

Auf alten Kunstgemälden sieht man gelegentlich auf jedem Kopf der Jüngerinnen und Jünger eine kleine Flamme, – mehr einem Streichholzflämmchen ähnelnd als diesen „Zungen wie von Feuer“, die beweglich und lebendig die Menschen ergreifen, „anzünden“ und auflodern lassen, die sich an einem entflammbaren Objekt emporzüngeln, es umschliessen, es ertasten und „lecken“…

Was die schaurige Faszination von Feuer ausmacht, gilt gerade auch für diese Pfingstzungen wie von Feuer: sie nehmen ein – und doch verbrennen sie ihr Objekt nicht, sondern ermächtigen zum menschlichen Subjektsein. Was so abstrus klingt, ist wie ein amuse gueule auf Gottes Wirklichkeit.

 

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